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Familie ist wie eine Flickendecke

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Ein junges Paar mit einer Autopanne, eine spontane Hilfsaktion und ein Augustwochenende, an dem bei der Familie Wortmann einiges in Bewegung kommt. Als Sigrid von etwas aus ihrer Vergangenheit erzählt, bekommt besonders ihre Tochter Mona eine ganz andere Sicht auf die eigene Familiengeschichte. Was mir an dem Roman gefallen hat, ist der Blick auf die einzelnen Familienmitglieder. Die Geschichte wechselt zwischen verschiedenen Personen und Generationen und zeigt dadurch sehr schön, wie unterschiedlich man dieselbe Familie und ihre Beziehungen erleben kann. Gerade die Frauenfiguren fand ich interessant, weil jede ihre eigene Geschichte und ihren ganz eigenen Blick auf die Dinge hat. Birgit Bachmann erzählt ruhig, aber keineswegs langweilig. Vieles entwickelt sich erst nach und nach und manche Zusammenhänge erschließen sich erst später. Genau das hat mich bei der Geschichte gehalten. Mir hat „Ein Samstag im August“ sehr gut gefallen. Ich mochte die Atmosphäre, die Figuren und besonders di...

Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

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  Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Roz Australien. Das Einzige, was sie aus ihrem Elternhaus mitnimmt, ist ein Ring mit einem leuchtenden Opal. In einem Antiquitätengeschäft in London wird sie auf rätselhafte Weise von einem Gemälde angezogen, das eine schottische Küste zeigt. Dieser Fund führt sie schließlich nach Schottland, wo sie sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie begibt. Der zweite Erzählstrang beginnt im Jahr 1931 und begleitet Iris, eine von vier Schwestern. Ihr Lebensweg führt sie bis nach Ceylon und ist eng mit den Geheimnissen verbunden, denen Roz viele Jahre später auf die Spur kommt. Nach und nach verweben sich beide Zeitebenen zu einer bewegenden Familiensaga voller Familiengeheimnisse und verborgener Schicksale. Auf „Die Meerglas-Schwestern“ von Eleanor Buchanan aufmerksam geworden bin ich durch einen Beitrag von @buch_zeit auf Instagram. Dort hieß es, dass sich alle, die das Mitfiebern und Entwirren alter Familiengeheimnisse wie bei „Die sieben Schwe...

Schwarzer Humor trifft Familienchaos

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  „Verlorene Schäfchen“ von Madeline Cash handelt von der Familie Flynn, bei der nach außen zwar vieles normal wirkt, intern aber eigentlich jeder mit eigenen Problemen kämpft. Die Familienmitglieder versuchen auf unterschiedliche Weise, ihrem Leben einen Sinn zu geben, geraten dabei aber immer wieder in schwierige oder auch absurde Situationen. Beziehungen gehen auseinander, persönliche Krisen nehmen zu und innerhalb der Familie entstehen Konflikte, weil jeder mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit den anderen. Durch die wechselnden Perspektiven erfährt man nach und nach mehr über die einzelnen Figuren und ihre Gedanken, Ängste und Wünsche. Dadurch wird deutlich, dass sich alle auf ihre eigene Art verloren fühlen. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch trotz der ernsten Themen sehr humorvoll geschrieben ist. Der schwarze Humor und die überzeichneten Charaktere machen die Geschichte unterhaltsam und gleichzeitig auch nachdenklich. Manche Szenen waren zwar etwas übertrieben...

Wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten

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„Erzähl mir alles“ von Elizabeth Strout führt wieder in die fiktive Küstenstadt Crosby in Maine und bringt mehrere bekannte Figuren aus ihren früheren Büchern zusammen. Im Zentrum stehen Lucy Barton und Bob Burgess, deren Wege sich immer wieder kreuzen. Auch Olive Kitteridge ist erneut dabei. Wer ihre Geschichte kennt, trifft sie hier im hohen Alter im Seniorenheim und begleitet sie durch ein weiteres Kapitel ihres Lebens. Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt und lebt weniger von einer klassischen Handlung als von Gesprächen, Gedanken und Erinnerungen. Zwar gibt es mit dem Verschwinden einer älteren Frau einen Ausgangspunkt, dieser bleibt jedoch eher im Hintergrund. Im Vordergrund stehen stattdessen die Beziehungen zwischen den Menschen. Viel entsteht aus kleinen Momenten und alltäglichen Beobachtungen, wodurch die Figuren besonders nahbar und glaubwürdig wirken. Ein leiser, charaktergetriebener Roman, der vor allem durch seine Figuren und deren Entwicklung über verschiedene Lebensph...

Weckt die Reiselust

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„Il Gusto d’Italia“ von Maria Pasquale ist für mich mehr als nur ein Kochbuch. Es ist eine kulinarische Reise durch ganz Italien. Die Mischung aus wunderschönen Fotos und spannenden Hintergrundgeschichten hat mich sofort abgeholt. Jede Region wird so lebendig beschrieben, dass man am liebsten direkt losreisen möchte. Besonders gefallen haben mir die vielen Insiderinformationen und die hilfreichen Dos und Don’ts. Auch die Rezepte überzeugen. Sie sind authentisch, gut erklärt und lassen sich sehr gut nachkochen. Genau diese Balance aus Inspiration und Alltagstauglichkeit macht das Buch für mich besonders. Für mich ist es perfekt zum Schmökern, als Reiseinspiration und auch als Geschenk. Mein Fazit: Es weckt große Lust auf Italien, auf gutes Essen und darauf, selbst den Kochlöffel in die Hand zu nehmen. Sehr empfehlenswert! Das Buch ist 2026 bei Prestel erschienen, hat 320 Seiten und wurde aus dem Englischen übersetzt von Daniela Schmid. www.penguin.de/maria-pasquale/il-gusto-d-itali...

Ein absolutes Highlight

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„Restsommer“ von Kea von Garnier ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich total beeindruckt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Dominik, genannt Nick, der ganz selbstverständlich davon ausgeht, irgendwann das Bestattungsinstitut seines Vaters zu übernehmen. Er hat diesen Weg nie hinterfragt, bis er Biff kennenlernt. Biff, der eigentlich Benjamin heißt, kommt neu in Nicks Klasse und nach und nach erfahren wir, dass er große familiäre Probleme hat. Zwischen den beiden Jungs entwickelt sich eine enge Freundschaft, aus der bald mehr wird. Nick kann mit seinen Gefühlen nur schwer umgehen. Sie sind für ihn verwirrend und schwer einzuordnen.  Was mich an dem Buch besonders bewegt hat, ist die Art, wie die Emotionen dargestellt werden. So echt und so stimmig. Eine melancholische Stimmung zieht sich durch die ganze Geschichte.  Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, die beiden Jungs beschützen zu wollen. Ich wollte ihnen sagen, d...

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

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„Wie können wir friedlich miteinander leben?“ Alexander, ein Junge aus Kaliste, wird von den Bewohnern der Stadt ausgewählt, sich auf eine Reise zu begeben, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dabei trifft er auf verschiedene Menschen, unter anderem einen Modeschöpfer, einen Philosophen und ein Orakel. Sie und noch viele weitere befragt er nach gerechten Gesetzen. Diese Gespräche bereichern nicht nur Alexander auch. Auch wir werden beim Lesen zum Nachdenken angeregt. Ferdinand von Schirach hat mit „Alexander“ sein erstes Kinderbuch geschrieben. Entstanden ist eine kurzweilige Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Sie wirkt ruhig und klar, behandelt aber große Themen wie Gerechtigkeit und Zusammenleben - Themen, die uns alle angehen. So ist diese Lektüre nicht nur für Kinder lesenswert, sondern auch für uns Erwachsene eine bereichernde Erzählung. Ein sehr schönes Buch, das die Prinzipien der Demokratie behandelt und durch Zeichnungen des Autors perfekt abgerundet wird.  Abso...