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Verschiedene Ansichten

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Als Kaspar eines Abends aus seiner Buchhandlung nach Hause kommt, findet er seine Frau tot in der Badewanne vor. War es Selbstmord oder ein Unfall? Birgit hatte Depressionen und Alkoholpropleme. Und wie Kasper aus ihren Aufzeichnungen erfährt, hatte sie auch ein Geheimnis. Er macht sich auf die Suche und begibt sich auf die Spuren der Vergangenheit seiner Frau. Diese Spuren führen ihn in den Osten Deutschlands zu einer völkischen Gemeinschaft, zu Svenja, Birgits Tochter, die nach ihrer Geburt in der damaligen DDR von ihrer Mutter weggegeben wurde. Und die Spuren führen somit auch zu Svenjas 14-jähriger Tochter Sigrun, der Enkelin von Birgit. Bernhard Schlink hat mit "Die Enkelin" wieder einen großartigen Roman geschrieben. Mit einer ruhigen, klaren Sprache, die doch gleichzeitig so wuchtig und beeindruckend ist, erzählt er aus dem Leben des Buchhändlers Kaspar. Erzählt rückblickend über dessen Studentenzeit. Wir erfahren, wie Kaspar in der ehemaligen DDR in den 60er-Jahren ...

Der Gott des glücklichen Augenblicks

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"War der Augenblick ein glücklicher, in dem sie damals, als neunzehnjähriges Mädchen, Hans traf?" Das fragt sich Katharina, die Protagonistin in Jenny Erpenbecks neuem Roman "Kairos", als sie zwei Kartons bekommt - vollgepackt mit Aufzeichnungen aus ihrer Vergangenheit - und diese durchsieht. Wir begeben uns zurück in die späten 1980er Jahre. Katharina ist 19, als sie in Ostberlin durch Zufall Hans begegnet. Er ist 53, verheiratet und hat einen Sohn. Es entsteht eine intensive Beziehung zwischen den beiden, die durch diverse Ereignisse zunehmend toxischer wird. Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR erzählt Jenny Erpenbeck, die selbst in Ostberlin geboren ist, meisterhaft und kraftvoll von dieser sehr speziellen Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren und von einem Land, das dabei ist, auseinander zu brechen. "Kairos" ist kein Roman, der sich einfach so dahinlesen lässt. Man muss sich auf die Lektüre einlassen und sie langsam genießen, Stück für ...

Eine Reise nach Marokko

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Mona Ameziane ist Journalistin und moderiert unter anderem beim Radiosender 1Live.  Nun hat sie ihr erstes Buch geschrieben. "Auf Basidis Dach" erzählt von Marokko - dem Marokko, wie es Mona kennt und während einer Reise, die sie zusammen mit ihrem Vater unternimmt, noch intensiver kennenlernt. Wie ist es, wenn man in zwei Ländern Wurzeln hat, in zwei Kulturen? Was bedeutet es, anders zu sein?  Das sind Fragen, die die Moderatorin aufgreift und über die sie sich Gedanken macht. Ihr Vater kommt aus Marokko, ihre Mutter aus Deutschland. In Paris zu Studentenzeiten haben sich beide kennen und lieben gelernt. Geboren und aufgewachsen ist Mona im Ruhrgebiet, wo die Familie lebt. Die Autorin erzählt auf herrlich leichte Weise und gleichzeitig tiefgründig über ihre Wurzeln in Marokko, über den Alltag dort, die Gepflogenheiten, über Rituale und Feste. Mit einer wunderbar bildlichen Sprache schafft es Mona Ameziane, den Leser mitzunehmen. Man hat das Gefühl, vor Ort zu sein, die Sonne...

Keineswegs eine dumme Idee

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  Es gibt Bücher, die lese ich nicht zu Ende, weil sie mich einfach nicht erreichen. Dann gibt es Bücher, für die brauche ich einen zweiten Anlauf. Auch bei diesem hier habe ich nach dem ersten Viertel überlegt, ob ich es abbrechen soll, um ihm vielleicht irgendwann mal noch eine zweite Chance zu geben. Ich habe dann aber doch einfach weitergelesen. Und das war auch gut so - sehr gut sogar - denn das Buch hat mich letztendlich richtig begeistert. Der Roman "Eine ganz dumme Idee" erzählt von einem missglückten Banküberfall, von einer anschließenden Geiselnahme, die sich sehr ungewöhnlich entwickelt, von unterschiedlichen Menschen, die alle ihr Päckchen im Leben zu tragen haben. Und überhaupt ist hier nichts, wie es scheint. Fredrik Backmans Schreibstil ist etwas außergewöhnlich - skurril, witzig und gleichzeitig berührend und tiefgründig. Die sehr unterschiedlichen Charaktere werden sehr treffend beschrieben. Durch die teilweise etwas flapsige Art der Protagonisten entst...

Turbulenter Roadtrip

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  Nachdem ich letztes Jahr mit großer Begeisterung von Beth O'Leary "Time To Love" gelesen habe, wollte ich nun ihren neuen Roman auch unbedingt kennenlernen. "Drive Me Crazy" erzählt von der jungen Addie, die mit ihrer Schwester Deb gerade auf dem Weg zu einer Hochzeit ist, als sie in einen Auffahrunfall verwickelt wird. Verursacht hat diesen Marcus, der mit Dylan, Addies Exfreund, ebenfalls unterwegs zu den Feierlichkeiten war. Während das Auto der Frauen noch funktionstüchtig ist, streikt der Wagen der beiden Männer. So ergibt sich die Situation, dass diese sich in den Mini zu Addie und Deb zwängen müssen, in dem zusätzlich noch ein weiterer Mitfahrer sitzt, um gemeinsam die weitere Strecke zu bewältigen. Es stehen Stunden voller Spannungen und Sticheleien bevor, durchzogen jedoch auch von humorvollen Situationen. In Rückblenden erfahren wir in einzelnen Kapiteln jeweils aus der Sicht von Addie und Dylan wie sich die beiden kennengelernt haben. Der Schr...

Die geheimnisvolle Isdal-Frau

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Im November 1970 wurde im Isdal nahe Bergen in Norwegen die stark verbrannte Leiche einer Frau gefunden. Ihre Identität konnte nie wirklich geklärt werden. Auch heute noch gibt es Spekulationen über die mysteriöse Isdal-Frau. Die Autorin Anja Jonuleit ist ebenfalls fasziniert von diesem geheimnisvollen Kriminalfall. Sie beginnt zu recherchieren und einen Roman darüber zu schreiben. Entstanden ist "Das letzte Bild". In der Geschichte wird von der Schriftstellerin Eva erzählt, die eines Morgens beim Bäcker in der Zeitung ein Phantombild entdeckt, welches ihrer Mutter frappierend ähnelt. Bei dem Bild handelt es sich um die Isdal-Frau. Eva ist völlig irritiert und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie taucht ein in die Vergangenheit ihrer Mutter, reist nach Norwegen und deckt nach und nach Familiengeheimisse auf. Anja Jonuleit ist mit diesem Buch ein absolut spannender Roman gelungen. Die Verknüpfung von wahren Begebenheiten und fiktiven Elementen ergibt eine fesse...

Frauenfreundschaft

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Josie ist Anfang 40 und hat seit neun Jahren eine Beziehung mit dem verheirateten Bengt. Nun ist sie unerwartet schwanger. Für Bengt steht fest, dass er das Kind nicht möchte, denn er hat schließlich schon Familie. Was Josie will, ist unklar. Kathi war fast 50 Jahre mit Werner verheiratet,  als dieser plötzlich stirbt. Auch sie weiß aktuell nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Durch Zufall lernen sich die beiden Frauen kennen und sind sich sofort sympathisch. Und ab dem Moment öffnen sich neue Türen für sie. Barbara Kunrath hat mit "Wir für uns" einen wunderbaren Roman geschrieben, der einen sehr in seinen Bann zieht und berührt. Man ist ab der ersten Seite in der Geschichte drin und möchte nicht, dass das Buch endet. Sehr gefühlvoll erzählt die Autorin abwechselnd in einzelnen Kapiteln jeweils aus der Sicht von Josie und Kathi und greift unter anderem Themen wie Homosexualität und Trisomie 21 auf. Mich hat das Buch, das sich leicht und schnell lesen lässt, ohne seicht...