Schwarzer Humor trifft Familienchaos
„Verlorene Schäfchen“ von Madeline Cash handelt von der Familie Flynn, bei der nach außen zwar vieles normal wirkt, intern aber eigentlich jeder mit eigenen Problemen kämpft. Die Familienmitglieder versuchen auf unterschiedliche Weise, ihrem Leben einen Sinn zu geben, geraten dabei aber immer wieder in schwierige oder auch absurde Situationen. Beziehungen gehen auseinander, persönliche Krisen nehmen zu und innerhalb der Familie entstehen Konflikte, weil jeder mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit den anderen. Durch die wechselnden Perspektiven erfährt man nach und nach mehr über die einzelnen Figuren und ihre Gedanken, Ängste und Wünsche. Dadurch wird deutlich, dass sich alle auf ihre eigene Art verloren fühlen.
Mir hat besonders gefallen, dass das Buch trotz der ernsten Themen sehr humorvoll geschrieben ist. Der schwarze Humor und die überzeichneten Charaktere machen die Geschichte unterhaltsam und gleichzeitig auch nachdenklich. Manche Szenen waren zwar etwas übertrieben oder sprunghaft, aber genau das passt irgendwie zu der verrückten Stimmung des Romans. Insgesamt ist es ein ungewöhnliches Buch, das sich leicht lesen lässt und gleichzeitig zeigt, wie kompliziert Familie und das Leben manchmal sein können.
Erschienen 2026 im Pinguin Verlag, übersetzt ins Deutsche von Sophie Zeitz, 320 Seiten.

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