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Fulminantes Debüt

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„Die Landschaften unserer Jugend erschaffen uns, und wir tragen sie in uns. Alles, was sie uns gegeben und genommen haben, ist in der Person eingeschrieben, zu der wir herangewachsen sind.“ 1948 in Colorado:  Victoria Nash, genannt Torie, lebt auf einer Pfirsichfarm am Gunnison River. Ihre Mutter ist leider viel zu früh verstorben, daher muss sich das Mädchen um den Haushalt und ihren Vater sowie ihre Brüder kümmern. Es ist ein harter Alltag dort in der Abgeschiedenheit. Die Männer machen es ihr nicht leicht, doch Torrie ist tapfer.  Mit 17 begegnet sie in der Stadt dem geheimnisvollen Fremden Wilson Moon. Beide verlieben sich sofort ineinander. Die Einwohner des kleinen Ortes jedoch verachten den jungen Mann aufgrund seiner indianischen Herkunft und jagen ihn davon. Allerdings bleibt die Liebe von Victoria und Wilson nicht ohne Folgen, sodass die junge Frau handeln muss.  „Soweit der Fluss uns trägt“ ist ein berührender Roman über eine starke Frau. Ganz ruhig und doch mi...

Bezaubernd und zugleich melancholisch

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Da ist ein Priester im Ruhestand, Monsieur Haslinger. In der Altstadt von Brüssel engagiert er sich als Seelsorger.   Und da gibt es Madame Janssen, eine ehemalige Diplomatin, die viel von der Welt gesehen hat. Sie wohnt seit Kurzem in der Nachbarschaft von Monsieur Haslinger.  Von seinem Balkon aus kann er auf ihre Terrasse und in ihre Wohnung blicken.  Beide lieben sie Blumen, Pflanzen, die Natur, einfach alles, was grünt.  Madame Janssen sprüht vor Lebensfreude und steckt ihren Nachbarn damit an. Und sie bittet ihn, mit ihr an die Nordsee zu reisen. Aus der anfänglich platonischen Liebe wird schließlich mehr. Für Monsieur Haslinger eine völlig neue, unerwartete Situation.  Ganz zart und leise begegnet uns diese Geschichte. Martin Ehrenhauser schreibt sehr ergreifend über die Liebe im Alter zwischen einem Priester, der bisher nach dem Zölibat gelebt hat, und einer Frau, der Beziehungen nicht fremd sind, die jedoch nicht mehr viel Zeit dafür hat.  „Der Lie...

Ein neuer Fall für Brunetti

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Die deutsche Übersetzung des ersten Krimis  von Donna Leon um Commissario Brunetti erschien 1993 beim Diogenes Verlag in Zürich. Seitdem lasse ich mich regelmäßig nach Venedig entführen - wenn auch nur literarisch. Und ich freue mich jedes Jahr über ein neues Buch der Autorin. Am 24. Mai ist der 32. Fall der Krimireihe erschienen.   „Wie die Saat, so die Ernte“    November in Venedig, die Tage sind grau und ungemütlich. Brunetti ist gerade dabei, seine Bücher durchzusehen und auszusortieren, als ihn ein Anruf von Vianello erreicht. Es ist Samstag, es ist kalt draußen, aber der Commissario muss an die Arbeit, denn eine Leiche wurde gefunden.  Brunetti kann den Toten identifizieren, da er ihn flüchtig kennt. Mehr weiß man allerdings nicht über ihn. Inesh, ein Sri Lanker, hat sich nämlich ohne Papiere in Italien aufgehalten.  In welche Richtung soll man da ermitteln? Auffällig erscheinen Brunetti einige Bücher, die er in Ineshs Bücherregal gefunden hat, und er...

Auszeit in Portugal

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„Manchmal ist es besser, sich einfach treiben zu lassen, zuzulassen, dass die Strömung uns in eine andere Richtung zieht, dass der Wind sich dreht und uns mitreißt.“  S. 383 Katrin ist Autorin und lebt in Hamburg. Während sie mit ihren Büchern recht erfolgreich ist, läuft es im Privatleben alles    andere als rund.  Als Katrin am Flughafen auf ihre Cousine Julia wartet, die gleichzeitig ihre beste Freundin ist, findet sie einen frankierten Briefumschlag. Genauer gesagt, Katrins Hund findet den Brief, was zur Folge hat, dass man danach die Adresse nur noch schlecht entziffern kann. Soviel steht fest: Der Brief war für einen Filipe in einem kleinen Ort in Portugal bestimmt. Und ganz „zufällig“ erfahren wir auch, worum es in dem Schreiben geht, und dass Filipe den Brief unbedingt bekommen sollte.  Nachdem die beiden Freundinnen sowieso eine gemeinsame Auszeit geplant hatten, reisen sie also zusammen auf eine kleine Halbinsel am Atlantik. Und Katrin macht sich auf d...

Man spürt sehr viel…

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Zwei betuchte Familien aus Wien, eine Villa in der Toskana, alles sehr gehoben - es soll    ein perfekter gemeinsamer Urlaub werden. Das Winzerehepaar Melanie und Engelbert Binder mit ihrem 9-jährigen Sohn Benjamin sowie Elisa Strobl-Marinek, Politikerin bei den Grünen mit Sitz im Nationalrat, und ihr Mann Oskar, Dozent an der Uni und süffisanter Besserwisser, mit ihren beiden Töchtern Lotte und Sophie Luise - sie kennen einander seit Jahren und freuen sich auf die gemeinsamen Ferien. Und damit sich die 14-jährige Sophie Luise nicht langweilt, darf auch eine ihrer Schulfreundinnen mitkommen: Aayana, ein Flüchtlingskind aus Somalia.  Auf der Terrasse der Villa in Italien gibt’s für die Erwachsenen gleich mal Prosecco. Schließlich will man ja den Urlaub von Anfang an so richtig zelebrieren und genießen.  Doch schon nach kürzester Zeit kommt es zu einer Katastrophe. Mit leichtem, flüssigen Schreibstil führt uns Daniel Glattauer durch seinen neuen Roman „Die spürst du ni...

Leider enttäuschend

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Monsieur Perdu und sein Bücherschiff - mit ihm fährt er nach vier Jahren wieder durch Frankreich und macht sich auf den Weg nach Paris. Er möchte wieder Menschen und Bücher zusammenbringen. Gemeinsam mit ihm treffen wir auf alte Bekannte und lernen auch neue Gesichter kennen.   Vor einigen Jahren habe ich von Nina George „Das Lavendelzimmer“ gelesen, ein Buch, das mich sofort berührt und sehr begeistert hat. Nun gibt es also eine Fortsetzung des Romans. Für mich war sofort klar, dass ich „Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“ unbedingt lesen möchte.  Die ersten Seiten fand ich wieder sehr ansprechend, doch dann verlor ich das Interesse. Die Geschichte zog sich in die Länge, ich konnte kaum noch folgen, legte das Buch nach ein paar gelesenen Kapiteln immer wieder recht schnell zur Seite. Nun habe ich es endlich beendet. So wirklich empfehlen kann ich es nicht. Schade, ich hatte wieder eine Lektüre erwartet, die mich gefangen nimmt bis zur letzten Seite. Das war diesmal nicht der...

Wien in den 60er Jahren

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Wir befinden uns im Wien der 1960er Jahre. Robert Simon ist Anfang 30 und Kriegswaise. Mit Hilfsarbeiten auf dem Karmelitermarkt hält er sich über Wasser.  Eine heruntergekommene Wirtschaft in dem Arbeiterviertel erregt seine Aufmerksamkeit. Er pachtet diese und eröffnet dort ein kleines Café - das „Café ohne Namen“.  Seine Gäste sind einfache Leute, Menschen aus dem Arbeitermilieu.  Wir lauschen ihren Gesprächen, erfahren von ihren Sorgen und Nöten, aber auch von ihren Träumen.  „Man sollte sich immer ein bisschen mehr Hoffnung als Sorgen machen. Alles andere wäre doch blödsinnig, oder?“ S. 26 „Das Café ohne Namen“ ist ein Roman im Stil, wie wir ihn von Robert Seethaler kennen. Leise, gefühlvoll, aber trotzdem intensiv. Es ist ein ruhiges Buch, jedoch keineswegs langatmig oder langweilig.  Ich habe diese Lektüre sehr genossen und gerne gelesen und kann sie jedem ans Herz legen, der eintauchen möchte in das Wien der 60er und 70er Jahre. www.ullstein.de/das-cafe-...